Sehenswürdigkeiten und historische Denkmäler

Sehenswürdigkeiten & Denkmäler | Ortsgemeinde Lambsheim

Herzlich willkommen zu einem virtuellen Rundgang durch die Geschichte Lambsheims! Da unsere Gemeinde von größeren Zerstörungen in den beiden letzten Weltkriegen weitgehend verschont geblieben ist, können wir heute stolz auf ein reiches historisches Erbe blicken. Besonders im nördlichen Bereich lädt der Ort zu einer Entdeckungsreise durch gleich zwei ausgewiesene Denkmalzonen und zahlreiche liebevoll erhaltene Kultur- und Naturdenkmäler ein.

Unsere Denkmalzonen: Lebendige Geschichte

Denkmalzone 1 „Ortskern“

  • Diese Zone umfasst den historischen Bereich, der vom 14. bis zum 19. Jahrhundert von der mittelalterlichen Stadtbefestigung schützend eingefasst war. Entlang der Hauptstraße (der früheren Vorderstraße) erwartet Sie eine bemerkenswerte Dichte an qualitätvollen Bauten in geschlossener Bebauung, die das historische Gesicht Lambsheims prägen.

Denkmalzone 2 „Jüdischer Friedhof“

  • Etwas außerhalb, im Norden vor Lambsheim (ca. 200 Meter nördlich des kommunalen Friedhofs), liegt diese kleinere Denkmalzone. Sie ist ein eindrucksvolles und würdevolles Zeugnis der einstmals sehr lebendigen jüdischen Gemeinde in Lambsheim.

Historische Bauwerke und Denkmäler im Ortskern

Historisches Rathaus (Hauptstraße 35)

Das Historische Rathaus ist ein repräsentativer, ortsbildprägender Walmdachbau, der von einer markanten Laterne gekrönt wird. Das heutige Gebäude entstand im Jahr 1936 als geschickter Neubau. Er greift die Formen seines ehrwürdigen Vorgängers auf, der bis auf das 15. Jahrhundert zurückging und in den Jahren 1600 und 1780 umgebaut worden war (historische Bezeichnungen: 1487 und 1780). Heute ist es eines unserer wichtigsten Baudenkmäler und der Sitz unserer Ortsgemeinde.

Protestantische Pfarrkirche (Hauptstraße 6)

Als höchstes Gebäude des Ortskerns prägt die protestantische Pfarrkirche unübersehbar unsere Silhouette. Ihr imposanter Turm ist mit einer Höhe von 69 Metern der sechsthöchste Kirchturm der gesamten Vorderpfalz! Bei der Kirche handelt es sich um eine neuromanische Saalkirche, die zwischen 1844 und 1847 als prächtiger Sandsteinquaderbau errichtet wurde.

Der Turm selbst erzählt von zwei verschiedenen Epochen: Seine unteren drei Geschosse stammen noch von der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert. Durch die veränderte Ausrichtung des Kirchenneubaus im 19. Jahrhundert ist der Turm heute der Südwand des Schiffes mittig vorgelagert. Der markante Turmaufbau mit seinem hohen Spitzhelm wurde in den Jahren 1860 bis 1861 vollendet. Im Inneren des älteren Turmteils können geschichtlich Interessierte wertvolle Epitaphe ortsansässiger Adelsfamilien aus dem 16. bis 18. Jahrhundert bewundern, die aus dem Vorgängerbau hierher versetzt wurden.

Neutor-Turm – Das Lambsheimer „Türmchen“

An der Ecke Hauptstraße, Turmstraße und Weisenheimer Straße steht das liebevoll genannte „Türmchen“. Der Neutor-Turm ist der letzte erhaltene Teil des äußeren Torhauses unseres ehemaligen, nördlichen Stadtores. Während die beiden unteren Geschosse im weißen Abschnitt noch original aus dem Mittelalter stammen, wurde im Jahr 1907 ein weiteres Geschoss mit Dach und Wetterfahne aufgesetzt. Ein sichtbarer Wappenstein aus dem Jahr 1570 ziert die Fassade.

Zusammen mit einem Mauerabschnitt bei den Kirchen bildet der Turm den letzten sichtbaren und zugänglichen Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Mit deren Bau wurde direkt nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1323 begonnen. Im August 1471, während des Veldenzer Krieges zwischen den Herzögen von Zweibrücken und Kurfürst Friedrich I. („dem Siegreichen“), wurden die Stadt und ihre Wehranlagen erobert und geschleift. Nach dem mühsamen Wiederaufbau folgten weitere Beschädigungen, so auch 1504 im Bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg durch den Überfall des Landgrafen Wilhelm von Hessen. Auch im Dreißigjährigen Krieg zahlte Lambsheim einen bitteren Blutzoll an Einwohnern, als spanische Truppen unter Don Gonzalo Fernández de Córdova die Vorderpfalz eroberten.

Dass heute nicht mehr der gesamte Wall steht, ist einer historischen Eigenmächtigkeit zu verdanken: Im Jahr 1852 ließ der damalige Gemeinderat die Stadtbefestigung – gegen den ausdrücklichen Befehl des bayerischen Königs Maximilian II. – fast vollständig abtragen.


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Naturdenkmal „Friedenseiche“ (Ecke Hauptstraße/Marktstraße)

Dieses lebendige Naturdenkmal wurde im Jahr 1871 zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg und als Dank für dessen siegreichen Ausgang gepflanzt – ein Brauch, der damals in ganz Deutschland gepflegt wurde. Der Platz, an dem die Eiche heute ihre Krone entfaltet, hat eine lange Tradition: Hier kam man schon im Mittelalter zum wöchentlichen Markttreiben zusammen.



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Historisches Wegekreuz (Ecke Friedhofsstraße/Münchgrabenstraße)

Dieses religiöse Kulturdenkmal verbindet zwei Stilepochen: Es ruht auf einem reich verzierten, barocken Sockel aus dem 18. Jahrhundert, während das eigentliche Kreuz und die Christusfigur aus dem 19. Jahrhundert stammen.




Ehemaliger Gasthof „Zum Rebstöckl“ (Marktstraße 20 / Ecke Hinterstraße)

Dieses markante Gebäude markiert den östlichen Rand der Denkmalzone „Ortskern“. Es zeigt eine wunderbare architektonische Besonderheit, die typisch für historische, gewerblich genutzte Gebäude an Lambsheimer Straßenkreuzungen ist: den einladenden, abgeschrägten Eingang direkt an der Hausecke.

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Orte der Begegnung, des Wandels und des Gedenkens

Die „Weed“ auf dem Rathausplatz

Den Platz vor dem modernen Verbandsgemeinderathaus zieren heute zwei bedeutende Kunstwerke: der moderne „Weed“-Brunnen des Künstlers Martin Schöneich aus dem Jahr 1992 sowie das eindrucksvolle Steinrelief „Pferdetränke“ von Walter Bernd aus dem Jahr 1961. Beide Arbeiten erinnern an die jahrhundertealte Geschichte dieses Ortes.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts befand sich hier eine große, offene Pferdetränke, die erst dann ausgeglichen und verfüllt wurde. Das Gewässer diente der Gemeinde früher auch als wichtiger Löschwasserteich – und im Winter nutzten Wagemutige die dicke Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Spannendes Detail aus grauer Vorzeit: Geologische Bodenuntersuchungen gaben Hinweise darauf, dass sich genau an dieser Stelle in der Antike das Ufer des Rheins befand und hier sogar Boote anlegen konnten.

Der historische Bahnhof (Bahnhofstraße 3)

Das im Jahr 1877 errichtete, ehemalige Bahnhofsgebäude der Bahnlinie Frankenthal-Freinsheim ist ein wunderschöner, durch Sandstein gegliederter Putzbau. Heute grenzt es direkt an den modernen Haltepunkt Lambsheim an, der regelmäßig im Netz des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) bedient wird. Zu besonderen Gelegenheiten schnaufen hier auch heute noch historische Dampflok-Sonderfahrten von Museumsbahnen vorbei.

Der ursprüngliche, zweigleisige Bahnkörper, der am 15. Oktober 1877 feierlich dem Verkehr übergeben worden war, wurde leider am Ende des 20. Jahrhunderts zurückgebaut. Auch die ehemals westlich gelegene Halle für die Fracht- und Expressgut-Abfertigung wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgetragen.

Jüdischer Friedhof (Historische Ruhestätte)

Der 1822 gegründete jüdische Friedhof ist von einer schützenden Sandsteinmauer umschlossen. Im Jahr 1856 wurde das Areal auf rund 14,8 Ar erweitert, um auch den verstorbenen jüdischen Mitbürgern aus Weisenheim am Sand eine würdige Ruhestätte zu bieten. Die letzte feierliche Beisetzung fand im Jahr 1937 statt, kurz bevor die verbliebenen jüdischen Familien durch das NS-Regime verschleppt wurden. Die östlich vorbeiführende Straße trug lange Zeit den Namen „Am jüdischen Kirchhof“. Heute sind auf dem Gelände noch 147 historische Grabsteine erhalten.

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Artenschutz und Pflege: Die liebevolle Pflege des Geländes erfolgt durch den Bauhof der Ortsgemeinde Lambsheim nach den strengen Vorgaben der Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises. Das Areal birgt nämlich auch einen botanischen Schatz: Hier wächst die streng geschützte Schopfige Traubenhyazinthe. Um diese seltene Pflanzenart zu schützen, ruhen die Mäharbeiten in den Monaten März bis August vollständig. In den Herbst- und Wintermonaten sorgt unser Bauhof dann für die regelmäßige Mahd und die fachgerechte Pflege der Gehölze.

Kommunaler Friedhof (Nördlicher Ortsausgang)

Unser heutiger Friedhof liegt am nördlichen Ortsausgang und birgt ein besonderes architektonisches Prachtstück: Seine kleine, barocke Friedhofskapelle. Hierbei handelt es sich um die lutherische Pfarrkirche aus den Jahren 1790/91, die im Jahr 1839 aus der alten Ortsmitte hierher transloziert (also Stein für Stein versetzt) wurde. Auf dem Friedhofsgelände lassen sich zahlreiche denkmalgeschützte alte Grabmäler und prachtvolle klassizistische Ruhestätten bewundern, darunter das historische Grabmal des bekannten Reichstagsabgeordneten Dr. med. Philipp Ludwig Gross aus dem Jahr 1894.

Auch Militärgeschichte wurde hier geschrieben: Im Jahr 1795 war genau dieser Friedhof der Schauplatz eines historischen Wendepunkts im Ersten Koalitionskrieg. Nach einem erbitterten Kampf gegen die herannahende Armee der Habsburger mussten die französischen Truppen exakt an dieser Stelle kapitulieren.


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